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  Albertus Magnus: Der Gelehrte  
  Albert (*vor 1200, + 15.11.1280) nennt sich auf einem Siegel selbst 'Bruder Albert von Lauingen' (Fr. Albertus de Lauging). Sein Wirken in Köln spiegelt sich in der Bezeichnung 'Albertus Coloniensis', während er in Frankreich und Italien gewöhnlich 'Albert der Deutsche' (Albertus Teutonicus / Albertus de Alemania) genannt wird. Bereits zu Lebzeiten erhält er ehrende Beinamen wie 'Großer Philosoph' (philosophus magnus), 'Großer Prediger' (praedicator magnus), schließlich setzt sich im vierzehnten Jahrhundert das Attribut 'magnus' als fester Namensbestandteil durch. Als erfahrener Naturwissenschaftler erhält er den Ehrentitel 'doctor expertus', seine umfassende Gelehrsamkeit ist der Grund für die Bezeichnung 'doctor universalis'.
Das Kölner Albertus-Magnus-lnstitut, das seine Werke herausgibt, hat die Gesamtausgabe auf 40 Großquartbände angelegt.

Neben seinem Wirken als Theologe, als Philosoph hat Albert besonders als Naturforscher große Bedeutung, weil er antikes Wissen seiner Zeit nahebringt und es durch eigene Beobachtungen und Experimente erweitert. In der Botanik und
Zoologie, der 'Physik und Chemie', in Geographie, Geologie, Mineralogie und Medizin, in Astronomie und Mathematik und in vielen anderen Wissenschaften kennt sich Albert aus, als Kind seiner Zeit auch in der Alchimie und Magie.

Fachleute behaupten:
'Albertus war ein Beobachter allerersten Ranges, und wäre die Entwicklung der Naturwissenschaft auf der von Albert eingeschlagenen Bahn weitergegangen, so wäre ihr ein Umweg von drei Jahrhunderten erspart geblieben.' Alberts besondere Leistung liege in der exakten und doch anschaulichen Naturbeobachtung, bei der er planmäßig vorgehe und die er ursächlich zu deuten suche.

Papst Pius Xll. sah 1941 in ihm den Schutzpatron einer recht verstandenen Naturwissenschaft. Denn Albert schreibt im Kommentar zum Johannesevangelium:
'Da nämlich der Schöpfer kraft Vernunft und Verstand alles schuf, ist er in der Welt, weil er darin Zeichen seines Verstandeslichtes zurückgelassen hat. Die Anordnung der Welt bekundet nämlich Weisheit, die Erhaltung der Welt eine Gottheit, die sie erhält.'
Die Konsequenz dieses Gedankens ist sein Satz im Kommentar zum Matthäusevangelium: 'Wenn jemand die Naturwissenschaft gründlich beherrscht, sind ihm die Worte des Herrn kein Anlass zum Zweifel.'